Helix-Piercing

Helix-Piercing

(Foto: BrandonEmTee)

Das Helix-Piercing bezeichnet eine Form des Körperschmucks, bei dem der äußere Rand der Orhmuschel, die Helix, durchstochen und mit entsprechendem Schmuck geziert wird. Neben diversen anderen Piercing-Varianten am Ohr hat sich das Helix-Piercing während der 90er Jahre in der westlichen Kultur etabliert. Bekannt ist das Helix-Piercing allerdings schon seit langer Zeit, allerdings vorwiegend in der Kultur unterschiedlicher Volksstämme in Nordamerika, Afrika und Asien. Hier stand und steht der Schmuck der Helix allerdings nicht unter einem modischen Aspekt, wie in der westlichen Welt. Bei afrikanischen Volksstämmen, etwa den Lobi, Massai oder Surma steht das Helix-Piercing zum Zeichen des Wohlstandes und der Schönheit, während der Ohrschmuck bei südostasiatischen Stämmen den sozialen Rang kenntlich macht.

Masai Helix-Piercing

(Foto: hamon jp / CC-BY-SA 3.0)

Das Helix-Piercing ist – anders als beispielsweise das Conch-Piercing, das auf den Bereich der inneren Ohrmuschel beschränkt ist – nicht an einen bestimmten Bereich gebunden. Das heißt, dass es an der gesamten Ohrkante angebracht werden kann, also von der Oberkante des Ohrläppchens bis hin zur oberen Ohrrundung. Um ein Helix-Piercing in die Ohrkante einzubringen werden zwei Varianten unterschieden. Zum einen erfolgt das Durchstechen des anvisierten Ohrbereichs mit einer speziellen Nadel, zum anderen kann auch ein so genanntes Punchen erfolgen. Hierbei wird, nach vorheriger Desinfektion des Bereichs, ein bis zu acht Millimeter großes Loch in die Ohrmuschel gestanzt. Das hat den Vorteil, dass durch das danach eingebrachte Schmuckstück aufgrund der größeren Lochgröße weniger Druck auf den Knorpel ausgeübt wird und somit die Heilungszeit deutlich verkürzt werden kann. Eine Rückbildung des Helix-Piercings ist bei dieser Methode jedoch nicht gegeben. Auch nach dem Entfernen des Ohrschmucks bleibt der Einstichkanal sichtbar und wächst nicht wieder zu, da der Köper Knorpelgewebe nicht reproduzieren kann. Lediglich der Kanal verkleinert sich mit der Zeit etwas.

Helixpiercing

(Foto: wonderferret / CC-BY 2.0)

Als Piercingschmuck für das Helix-Piercing finden hauptsächlich so genannte Ball Closure Ringe mit einer Materialstärke von 1,6 Millimetern Verwendung. Bis der Heilungsverlauf abgeschlossen ist, was bei der gängigen Nadelmethode bis zu 6 Monate dauern kann, werden hingegen gerade Barbell- oder Labret-Stecker empfohlen, um das durchstochene Knorpelgewebe nicht durch ein gebogenes Schmuckstück unnötig zu belasten. Wurden mehrere Helix-Piercing-Löcher in die Ohrkante eingebracht, kann im späteren Verlauf zudem eine Ohrspirale als Körperschmuck getragen werden. Sie besteht aus einem großen, spiralförmig gebogenen Barbell, der durch die einzelnen Stichkanäle geführt wird. Bei dieser Ohrschmuck-Variante ist jedoch schon bei der Planung der einzelnen Piercing-Löcher darauf zu achten, dass diese mit exakten Abständen zueinander eingestochen werden, um eine möglichst schöne Optik zu erzielen. Wie bei allen Piercing-Varianten kann es auch beim Helix-Piercing zu möglichen Entzündungen des Einstichkanals kommen, die sich im Extremfall bis zum Gesichtsnerv ausbreiten kann. Eine Antibiotische Salbe und nötigenfalls das Entfernen des Piercings kann dann angebracht sein.

Helix-Piercing stechen – so sieht’s aus:

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