Der "Petz-Paragraph" kommt
Mit der Pflegereform hat der Bundestag heute auch eine Neuregelung verabschiedet, nach der Ärzte die Krankenkassen informieren müssen, wenn sie Patienten mit Komplikationen nach Schönheitsoperationen, Piercings oder Tatoos behandeln. Die Krankenkassen sollen dann das Recht haben, den Versicherten an den Kosten zu beteiligen. Jörg-Dietrich, Präsident der Bundesärztekammer hält das für einen „Generalangriff auf die ärztliche Schweigepflicht". Tatsächlich wird dies wohl nur ein erster kleiner Schritt auf einem langen Weg sein, bei dem Patienten mehr und mehr zur Kasse gebeten werden. Sich für den Anfang Themen wie "Piercing & Tatoo" oder "Schönheits-OP" herauszupicken, die von großen Teilen der Bevölkerung mit grümpfter Nase betrachtet werden, könnte durchaus Teil einer Strategie sein, bei der man zuviel Gegenwind nicht gebrauchen kann. Ob demnächst Ski- oder Snowboardfahrer zur Kasse gebeten werden oder vielleicht Raucher oder auch Patienten, die ihre Augen-OP aus Kostengründen ins Ausland verlegt haben – wer weiß das schon. Hauptsache ist, sie sind schuldig!
So ganz verkehrt ist das nicht. Auch die Krankenkasse ist eine Versicherung und die kann, wie jede andere Versicherung, durchaus ihre Haftung einschränken. Das ist übrigens schon heute so im Bereich der Krankenversicherung durchaus üblich.
Wer die allgemeine Solidarität über Gebühr beansprucht wird schnell entsolidarisiert und steht dann im Regen. Ich meine das ist in einigen Fällen sicher gerechtfertigt. Rauchen ist ein solches Thema. Rauchen ist extrem gesundheitsschädlich, ungefähr 60000 – 80000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen des Rauchens. Um ganz ehrlich zu sein, hier will ich nicht solidarisch sein.
Aber es darf nicht unerwähnt bleiben das die Vorstände der KK lieber sich eine großzügige Einkommenserhöhung verpassen als tatsächlich zu sparen und die Gemeinschaft der Versicherten zu entlasten. Also ist auch deren Handeln unsolidarisch im eigentlichen Sinn. Wie immer gehts nur ums Geld!!!
mfg
f.